Überblick

Projektleitung: Dipl.-Ing. Sabine Neff, MSc; Forschungsinformationssysteme, TU Wien

Laufzeit: Mär 2020 – Dez 2024

RIS Synergy schafft Entlastung und Sichtbarkeit für den Wissenschaftsbetrieb durch das Festlegen von Standards, die Digitalisierung von Services sowie die Vernetzung von Expertise.

Im Projekt werden offene Zugangs- bzw. Austauschmöglichkeiten für Systeme von Fördergebern, Forschungsstätten und der öffentlichen Verwaltung erarbeitet. Dies schafft die nachhaltige und zukunftsweisende Basis für die Digitalisierung der österreichischen Forschungslandschaft. Durch den standardisierten Austausch von Metadaten werden die Forschenden entlastet, die Effizienz und Qualität im Forschungssupport erhöht und die Datenqualität des Forschungsoutputs verbessert. Das Vernetzen von Forschungsinformationen, Initiativen, Projekten und Services, ermöglicht eine fundierte und vielfältige Darstellung des Forschungsstandorts Österreich für alle forschungsrelevanten Akteure.

Im Zuge von RIS Synergy wird eine Konzeptstudie zu einem nationalen Forschungsportal erstellt. Ein nationales Forschungsportal würde die Forschungsleistungen in unserem Land für alle sichtbar machen. Neue Forschungsschwerpunkte könnten frühzeitig erkannt und innovative Vernetzungsmöglichkeiten für Forschung, Politik, Wirtschaft und die interessierte Öffentlichkeit geboten werden.

AUSGANGSLAGE

Die österreichische Verwaltung setzte mit der Initiative „Digital Austria“ und das 2020 in Kraft tretende e-Government Gesetz einen deutlichen Akzent in Richtung digitaler Transformation.

Auch für die Forschungslandschaft stellen sich Herausforderungen. Einerseits erleichtern digitale Prozesse Kommunikation zwischen Fördergebern, Forschungsstätten, Forschenden und Ministerien und stellen gleichzeitig qualitative, transparente und sichere Informationen bereit. Andererseits bieten sie Potentiale hinsichtlich Ressourcen für Wissenschaft und Forschung, innovative Kooperationsplattformen sowie Synergien zur Stärkung des Forschungsstandorts Österreich.

Ein wesentliches Ziel digitaler Transformation ist die Verfügbarkeit strukturierter, elektronisch gespeicherter Daten, die nur an einer Stelle erfasst werden müssen. Dieses Once-Only-Prinzip ist ein Grundprinzip des EU-eGovernment-Aktionsplans 2016–2020 und auch in Österreich ein Schwerpunkt.

Aktuell finden Dateneingaben der Forschungsinformation (FIS) allerdings völlig entkoppelt statt: Forschende müssen einerseits die FIS-Systeme der Forschungsstätten befüllen, um internen Governance-Vorgaben gerecht zu werden und Reporting intern und gegenüber den Ministerien zu gewährleisten. Andererseits werden diese Daten für das Antragsmanagement in die Systeme der Fördergeber eingetragen. Parallelaktivitäten bestehen auch bei Projektfreigabe- und Reportingprozessen.

Über standardisierte Schnittstellen wäre es möglich, Zusatzaufwand sowie Fehleranfälligkeit im Zuge der Doppeleingabe zu minimieren und Sicherheits- und Qualitätsansprüche zu implementieren.

ZIELE

  • Digitalisierung und Steigerung der Effektivität bei der administrativen Betreuung von Forschungsprojekten im Sinne der „Entbürokratisierung im Hochschulbereich“
  • Ressourcenschonung für die Wissenschaft und Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der Forschenden durch qualitativen Support
  • Steigerung der Datenqualität und Transparenz für Forschungsstätten, Fördergeber und öffentliche Stellen (national wie international)
  • Standardisierte, offene Schnittstellen
  • Umsetzung des Once-Only-Prinzips
  • Nachhaltiger Umgang mit Daten im Sinne der DSGVO
  • Darstellung von In- und Output der Forschungslandschaft nach internationalen Standards (CERIF)
  • Erarbeitung einer gemeinsamen Position hinsichtlich eines nationalen Forschungsportals

PROJEKTBESCHREIBUNG

Das Projekt gliedert sich in zwei Teilbereiche:

  1. Schnittstellen
  2. Konzeptstudie Forschungsportal

Schnittstellen

Die Analysephase von „Schnittstellen“ ist abgeschlossen. In sieben Themenarbeitsgruppen (Call-Informationen, Projektstammdaten, Forschungsoutput, Finanzdaten, Organisationsstruktur/Accountmanagement, Standards, Datenmanagement-Pläne) wurden User Stories beschrieben und Use Cases erarbeitet. Die systematisch beschriebenen Use Cases wurden gruppiert sowie auf technische Umsetzbarkeit analysiert und priorisiert, da nicht alle Use Cases innerhalb des Projektes umsetzbar sein werden.

Im Rahmen des Projektes werden in einem ersten Schritt folgende Use Cases umgesetzt:

  • Programmdaten des Fördergebers zur Verfügung stellen und abrufen und für Forschende zur Verfügung stellen
  • Antragsdaten des Fördergebers bereitstellen und abrufen
  • Projektdaten des Fördergebers bereitstellen und abrufen
  • Mit DOI versehenen Projektoutput der Forschungsstätte bereitstellen und abrufen
  • Daten zur Authentifizierung bei Forschungsstätte bereitstellen und abrufen
  • Organigramm der Forschungsstätte bereitstellen und abrufen

Diese Use Cases befinden sich in der Umsetzungsphase. Die Möglichkeit zur weiteren Priorisierung und Umsetzung weiterer definierter Use Cases im Rahmen des Projektes ist gegeben und abhängig von den verfügbaren Ressourcen.

Im Zuge der Umsetzung werden Schnittstellen entwickelt und von definierten Pilotpartnern (Universitäten und Fördergebern) umgesetzt. Im Zuge der Pilotierung erfolgt eine genaue Dokumentation, die es allen österreichischen Forschungsstätten ermöglicht, sich an die Schnittstellen anzubinden und sie zu nutzen.

Konzeptstudie Forschungsportal

Im Rahmen der „Konzeptstudie Forschungsportal“ wird, unter Berücksichtigung der im Rahmen des Projekts erarbeiteten Schnittstellen, die Basis für ein nationales Forschungsportal erarbeitet.
Umfasst sind folgende Arbeitspakete:

  • Analyse
  • Themendefinition
  • Variantenerstellung

In der Analysephase wurden drei Arbeitsgruppen etabliert:

  1. Zielgruppenanalyse
  2. Ländervergleich
  3. Lessons Learned

Die Ergebnisse der Analysephase definieren die Themen, die weiter beleuchtet werden sollen. Auf deren Basis werden Varianten für ein potentielles österreichisches Forschungsportal erarbeitet.